STADTRADELN-Star Blog: Christoph Gießing


Stadtradeln in Kaufbeuren - (m)ein Résumé

Bild Geschrieben am 30.09.2019 von Christoph Gießing
Team: Offenes Team - Kaufbeuren
Kommune: Kaufbeuren

Kurz gesagt: Es war toll!

In den 21 Tagen Stadtradeln kamen bei mir insgesamt 1.007 km zusammen:
• 550 km zur Arbeit und zurück
• 60 km mit unseren Kindern zur Schule und zum Kindergarten
• 225 km durch meinen ersten Brevet
• und die restlichen Kilometer Kurzstrecken wie mit den Kindern zum Chor, Leichtathletik, zur Wasserwacht oder zum Kinderturnen.

Damit kam ich deutschlandweit auf Platz 32 von 186 Stadtradeln-Stars. Auch damit bin ich sehr zufrieden. Die Rahmenbedingungen für das durchgehende Radeln waren auch sehr gut, das muss man eingestehen. Vorteilhaft war das überwiegend trockene Wetter. Einige Male bin ich letzte Woche auf dem Weg zur Arbeit zwar in etwas Nieselregen gekommen, aber so schlimm war das auch wieder nicht. Unsere Kinder und meine Frau waren natürlich auch kräftig beim Radeln - über einen eigenen Account haben sie im Team Flower Power zusammen 648 km erradelt. Auch eine sehr tolle Leistung wie ich finde. Ich freue mich auch, dass wir Kaufbeurer zusammen über 105.000 Kilometer erradelt haben. Ganz stark!

Sehr schön fand ich auch das Schreiben des Internetblogs. Es hat Spaß gemacht, die Fahrten wie meinen ersten Brevet, noch ein mal Revue passieren zu lassen und in Textform für andere aufzubereiten, mit dem Ziel andere zu motivieren es gleich zu tun oder zumindest mal auszuprobieren. Meine letzte Fahrt im Stadtradeln-Zeitraum führt mich heute Abend zum Gasthof Engel in Oberbeuren. Heute haben wir unsere Vorstandssitzung vom Förderkreis Schule und Jugend Oberbeuren e.V.. Als meine letzte Amtshandlung als Stadtradeln-Star werde ich versuchen ein Schulprojekt zur Verschönerung der Fahrradstellplätze an der Oberbeurer Grundschule zu initiieren, mit dem Ziel mehr Kinder dazu zu bewegen mit dem dem Rad zur Schule zu fahren.

Wie gehts nun weiter?
Ich radel natürlich weiter! Und meine Familie auch! Ich schätze wir können bis Mitte Dezember zur Schule und zum Kindergarten radeln. Dann wird es zu kalt oder durch Schneefall zu rutschig - es wird letztlich zu gefährlich, dann macht es einfach keinen Sinn zu radeln. Es soll ja Spaß machen und kein Zwang sein. Im Januar und Februar wird das Radeln dann wahrscheinlich nicht möglich sein - für diese Zeit überlege ich aktuell, ein Lastenrad für den Schul- und Kindergartenweg anzuschaffen.

Begeistert durch meinen ersten Brevet letzte Woche habe ich mir vorgenommen, im kommenden Jahr eine weitere Langstreckenfahrt mit den Münchner Randonneuren zu fahren und auch wieder zum Stilfersjoch-Radtag zu radeln. Eine weitere Tour die ich gerne machen möchte ist der Rando Imperator Anfang Mai 2020 - ein weiterer Brevet, von München in unsere Partnerstadt Ferrara.

Und ich bin gespannt wie es mit dem Radweg-Workshop im Herbst weitergeht und man vielleicht im nächsten Jahr schon einige Verbesserungen für uns Radfahrer in Kaufbeuren - vielleicht auch welche von meinen Wunschzettel - umgesetzt hat.

Ich kann nur sagen, es bleibt spannend für uns Radfahrer, nicht nur in Kaufbeuren sondern deutschlandweit - aber ich bin optimistisch:

Nicht ist so unaufhaltsam, wie eine Idee deren Zeit gekommen ist!

Teilen: Facebook | Twitter

Auf zwei Rädern ins Glück

Bild Geschrieben am 29.09.2019 von Christoph Gießing
Team: Offenes Team - Kaufbeuren
Kommune: Kaufbeuren

Zwei Sonnenaufgänge bis Kaufbeuren, also bis ich wieder zuhause war - so lange dauerte unsere Radltour zum Stilfserjoch-Radtag Ende August - 496km mit 6.200hm: Es war eine tolle Erfahrung!

Ich möchte Euch Mut machen, etwas auszuprobieren, über das man vorher denkt "Hoffentlich geht das gut!". Daher möchte ich hier kurz von einer Radreise nach Italien berichten, denn genau diesen Gedanken hatte ich kurz vor dem Start: Am Donnerstag Abend vor dem jährlichen Stilfserjoch-Radtag bin ich in Kaufbeuren aufgebrochen. An dem letzten Samstag im August ist die berühmte Passstraße zum Stilfserjoch für alle Autos gesperrt. Tausende Radfahrer aus ganz Europa treffen sich an diesem Tag auf der Königin der Passstraßen, dem zweithöchsten Pass der Alpen.

Das erste Zwischenziel war der Campingplatz in Vorderhornbach im Lechtal. Dort habe ich mich mit Tobi Lingg und Petr Bezdek getroffen. Die beiden waren schon am Nachmittag in Kaufbeuren gestartet und sind vorher noch durchs Tannheimer Tal geradelt. Ich bin die kürzeste Strecke gefahren, also über die Dampflokrunde nach Füssen, über Unterpinswang, vorbei an Reutte und Weißenbach. Am Freitag sind wir in der Früh gemeinsam vom Campingplatz gestartet und haben das Hahntennjoch bezwungen. Die beiden sind voraus gefahren, ich lies es ruhiger angehen. Oben angekommen: Mein erster Alpenpass! Wow, war ich erschöpft und stolz! Tolle Auffahrt und herrliches Wetter! Wenig Verkehr und top fit - was will man mehr!

Weiter ging es bergab nach Imst, dann über den Inntalradweg Richtung Martina, von dort sind wir nach Nauders und anschließend den Radweg zum Reschensee hochgefahren. Um den Reschensee sind wir die sehr schöne und neu asphaltierte Westroute gefahren. Ein toller Radweg - völlig isoliert vom Straßenverkehr, denn auf der Westseite gibt es nur diesen asphaltierten Weg! Ziel war der Campingplatz in Laas. Dort wurde ich am Abend schon mit einer leckeren Portion Nudeln mit Soße von Petrs Frau Kristyna begrüßt! (Vielen Dank noch mal!) Petr hatte einen Defekt am Rad und war am Abend noch in Stilfs zum Radhändler für eine kleine Reparatur gefahren. Die erste Etappe hatten wir also mit Bravur gemeistert. Am Abend tauschten wir uns über unsere Eindrücke aus. Wir waren uns einig: Eine tolle Strecke!

In der Nacht etwa gegen 03:00 Uhr bin ich Richtung Stilfserjoch gestartet. Alle anderen schliefen noch. Oben wollten wir uns treffen. Da ich meist der Langsamste war, kam mir der Vorsprung gerade recht. Anfangs ging es durch die stockdusteren Apfelplantagen direkt entlang der Etsch, dann durch Prad und die ersten Höhenmeter durch den Wald. Der Aufstieg zum Stilfserjoch ist wirklich beeindruckend - vor allem im Sonnenaufgang! Es war eine spannende Herausforderung - die mächtige Ortlergruppe immer im Blick. Ein herrlicher Ausblick! Nach etwa vier Stunden war ich oben: 1.800 Höhenmeter am Stück. Ich habe oben gefrühstückt und einen Kaffee genossen, bin dann aber gleich weiter geradelt, da ich an diesem Tag die komplette Strecke zurück nach Kaufbeuren radeln wollte - gute 230 km lagen also noch vor mir.

Ich radelte dann über den Umbrailpass - 13km ziemlich steil bergab Richtung Reschenpass. Diesen bin ich mit einem Busshuttle bergauf, dann östlich um den Reschensee und praktisch eine ähnliche Strecke zurückgefahren, wie wir gekommen sind. Ein toller Radweg mit toller Ausschilderung. Da kann man sich in Deutschland noch was abschauen. Statt aber über das Hahntennjoch zurück ins Lechtal, wollte ich ab Nassereith mit dem Shuttle über den Fernpass fahren. Leider verpasste ich diesen, sodass ich den Fernpass auch noch geradelt bin. Viel Verkehr, aber einiges an Stau, an welchem ich mit dem Rad letztlich vorbeigefahren bin.

Über Reutte bin ich dann Richtung Ziegelwies geradelt und gegen 18:00 Uhr in Füssen aus Richtung Lechfall reingekommen und das letzte Stück nach Kaufbeuren mit dem Zug gefahren. Nach 496 km und 6.200 hm in 25 Stunden wurde ich herzlich von meiner lieben Familie mit einem tollen Abendessen begrüßt!

Es war eine wirkliche Bereicherung, diese Tour! Ich kann jedem empfehlen: Fahrt Fahrrad!

Die Strecke habe ich hier gespeichert: https://www.strava.com/activities/2669276703

Nächstes Jahr möchte ich wieder zum autofreien Stilfserjoch-Radtag radeln. Vielleicht finden sich noch einige Mitfahrer aus Kaufbeuren! Diesmal möchte ich über Innsbruck und die alte Brennerstraße anfahren.

BildBildBildBildBildBildBildBildBild

Teilen: Facebook | Twitter

"Kritische Masse" in Kaufbeuren

Bild Geschrieben am 28.09.2019 von Christoph Gießing
Team: Offenes Team - Kaufbeuren
Kommune: Kaufbeuren

Kritische Masse? Also auf Englisch übersetzt critical mass - was soll das sein? Gute und berechtigte Frage! Wenn man dies zum ersten Mal hört ist es schwer sich etwas darunter vorzustellen. Jedenfalls treffen sich alle, die bei critical mass in Kaufbeuren teilnehmen - also mit dem Fahrrad mitradeln - an jedem letzten Freitag im Monat um 18:00 Uhr am Neptunbrunnen und drehen eine Runde durch unser schönes Kaufbeuren. Jetzt im Herbst und Winter bereits ab 17:00 Uhr. Gestern Abend waren es über 80 Radfahrer aus Kaufbeuren - Jugendliche, Familien, Senioren - alle verbindet ein Thema: Das Fahrradfahren und sichere Radwege! Es sind tatsächlich ganz normale Leute - und es werden immer etwas mehr.

Warum das Ganze? Entstanden ist die weltweite critical mass-Bewegung Anfang der 90er Jahre in San Francisco als Fahrraddemonstration, welche auf uns Radfahrer als Verkehrsteilnehmer aufmerksam machen sollte. "Wir stören nicht den Verkehr, wir sind der Verkehr"" lautete damals und auch heute noch das Motto. Heute ist es dringlicher denn je: Der Verteilungskampf um den öffentlichen Raum hat längst begonnen. Die IAA wurde durch Fahrradaktivisten lahmgelegt und verzeichnete sinkende Besucherzahlen, in nahezu jeder deutschen Stadt wird zurzeit über Verkehrskonzepte gestritten und weltweit pochen Aktivisten darauf, dem Fahrrad mehr Platz einzuräumen.

"Der Aufstand der Radler ist längst in vollem Gange. In Berlin sammelte eine Initiative zur Stärkung des Radverkehrs in kürzester Zeit mehr als 100.000 Unterschriften für einen Volksentscheid. Am Ende übernahm der rot-rot-grüne Senat die Forderungen weitgehend und erließ im vergangenen Jahr ein Mobilitätsgesetz: Fahrräder und öffentliche Verkehrsmittel sollen in der Verkehrsplanung der Hauptstadt künftig Vorrang genießen. Das ist so bislang einzigartig – aber den Bürgerprotest haben sich viele andere Städte abgeschaut. In Darmstadt, Kassel und München erreichten Initiativen das für einen Bürgerentscheid nötige Quorum locker."" titelte die FAZ Ende Juli 2019.

Und auch bei uns im Allgäu geht es ums Fahrrad und den umzuverteilenden Raum. In nahezu jeder größeren Stadt gibt es Initiativen und engagierte Bürger, die etwas ändern wollen. Auch ich schließe mich der von Werner Würfel aus Oberbeuren initiierten Radfahrt durch Kaufbeuren an. Schließlich ist Radfahren nicht nur gesund, umweltfreundlich und führt zu einer drastischen Reduktion der Lebenshaltungskosten - es ist auch ein Gegenentwurf zum verbreiteten Dogma, das Auto - selbst auf Kurzstrecken wie 300m zum Kindergarten - zu benutzen.

Diese Haltung erzeugt aber nicht immer ein positives Echo: Bei einem durch den Stadtrat Oliver Schill initiierten Treffen bei der Stadtverwaltung, an dem Vertreter der Polizei Kaufbeuren, des Ordnungsamtes und der Verkehrsüberwachung teilnahmen, habe ich erfahren dass es einige Beschwerden von Bürgern aus Kaufbeuren über die critical mass-Fahrt gegeben hat. Auch deshalb hat man sich getroffen um die Ausfahrt in einen rechtlich einwandfreien Rahmen zu bewegen. Auch die Sicherheit der Kolonnenfahrt spielt eine große Rolle. Dass nichts passiert, fährt vorne und am Schluss die Polizei mit. Vielen Dank dafür an die Polizei Kaufbeuren!

Eine Übersicht zu deutschlandweiten Critical Mass-Fahrten: https://criticalmass.de
Und etwas zum Hintergrund: https://www.zeit.de/mobilitaet/2014-06/critical-mass-radfahren-gesellschaft

BildBildBildBildBildBildBildBildBild

Teilen: Facebook | Twitter

Fahrradfahren in Kaufbeuren - ein Wunschzettel

Bild Geschrieben am 26.09.2019 von Christoph Gießing
Team: Offenes Team - Kaufbeuren
Kommune: Kaufbeuren

Fahrradfahren in Kaufbeuren - am meisten Sinn dürfte das Fahrradfahren auf Kurzstrecken machen. Ich vermute, nahezu jeden Weg innerhalb des Kaufbeurer Stadtgebietes kann man mit einem Fahrrad intelligenter, schneller, gesünder, umweltfreundlicher und kostengünstiger als mit einem Auto zurücklegen. Man muss es nur wollen - ein Anfang wäre es, wenn man die ein oder andere Gewohnheit hinterfragt und man etwas Neues versucht. Zum Beispiel das Einkaufen mit dem Fahrrad - hat man dies für sich entdeckt, gut! Wenn nicht, hat man es wenigstens probiert.

Wir als fünfköpfige Familie radeln täglich diverse Strecken im Stadtgebiet - mein Frau Janine, unsere Kinder Lena und Maximilian fahren selbst, unser Jüngster, Elias noch im Anhänger oder Kindersitz. Wir radelten dieses Jahr bis heute 11.066 km.

  • Janine 2.610 km
  • Maximilian (7) 1.212 km
  • Lena (5) 822 km
  • Ich 6.422 km

  • Man kann auch sagen, wir haben dieses Jahr bereits 11.066 km Radfahrerfahrungen auf Kaufbeurens Radwegen und Straßen. Überwiegend Gute, um dies vorwegzunehmen. Man kann dennoch - nicht kostenfrei, aber meiner Einschätzung nach mit geringem finanziellen Aufwand - die Situation für Radfahrer Schritt für Schritt optimieren um mehr Menschen zum Umstieg auf das Rad zu bewegen. Es geht dabei nicht nur um objektive Sicherheit im Straßenverkehr, sondern vor allem um die subjektive Wahrnehmung der Radfahrer.

    Um unsere subjektiven Eindrücke sachlich mit Fakten zu untermauern starteten unser Sohn Maximilian und ich letzte Woche eine vierstündige Stadtrund- und Erfahrungserweiterungsfahrt durch Kaufbeuren. Wir sind natürlich nicht jeden Weg und Winkel abgefahren, aber wir wählten bewusst uns auch weniger bekannte Strecken. Herausgekommen ist der folgende Wunschzettel um Kaufbeuren für Radfahrer - vor allem für die, die es werden wollen und sollen - sicherer und damit attraktiver, aber auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer präsenter zu machen:

    Bodenmarkierungen auf den vorhandenen Richtungs- und Zweirichtungsradwegen im Stadtgebiet sollten vermehrt zum Einsatz kommen, beschädigte Markierungen sollten erneuert werden. Ein weißes Fahrrad-Symbol auf der Fahrradseite der Wege, alle 100m eines, sollten dafür schon ausreichen. Warum? Zur Sicherung und Führung des Radverkehrs, vor allem in möglichen Konfliktbereichen. Zum Beispiel dem sehr guten und baulich von der Fahrbahn getrennten Rad- und Fußweg der Gutenbergstraße und dem in der Neugablonzer Straße. Wird dort optisch stärker auf Radfahrer hingewiesen, können Konfliktsituationen vermieden werden.

    • Bereiche in denen Radwege in die Fahrbahn überführt werden, sollte man zusätzlich baulich schützen, zum Beispiel durch mit Glasperlen bestreute und damit reflektierenden Strichmarkierungen mit einer roten Einfärbung der Fahrbahn oder besser; Leitschwellen mit Sichtzeichen wie Gummipollern. Zum Beispiel vor dem Kreisel der Kemptener Straße aus Oberbeuren kommend, der Johannes Haag Straße in der Nähe des Schwimbades und der Ecke Josef-Landes-Straße / Am Graben auf Höhe des Abzweiges Spitaltor. Zudem könnte man die Fahrradspur auch in dem Kreisel weiterführen. Achtung: Ein Gummipoller kann auch immer ein Hindernis sein, in Leinau kommen diese zum Beispiel am Abzweig nach Neugablonz zum Einsatz. Ich radel dort täglich vorbei und habe noch nie gehört, dass es dort zu einer Kollision mit einem Radfahrer gekommen ist.

    • Wir Radfahrer sind keine allwissenden Verkehrsteilnehmer, die alles richtig machen und vor allem auch keine Heiligen! Oft aus Bequemlichkeit aber auch aus Unwissenheit. So ist es jedenfalls bei mir, ich nehme mich da persönlich nicht aus. Daher sollte man verstärkt auf das Werkzeug Fahrradampel setzen. Es gibt einige Bereiche im Stadtgebiet, die man so sicherer gestalten könnte, da durch den Einsatz einer zusätzlichen Ampel für Radfahrer deutlich wird, dass die Lichtzeichen auch für Radfahrer gelten. Beispiele sind die Ampel an der Lindauer Straße aus Richtung Oberbeuren und die beiden Ampeln auf der Josef-Landes-Straße unmittelbar vor der Spittelmühlkreuzung. Diese werden regelmäßig von Radfahrern missachtet und bei Rot passiert. Problematisch ist dies, da die über die grüne Ampel laufenden Fußgänger in der Regel nicht mit einem ankommenden und nicht bremsenden Radfahrer rechnen. Ideal wären freistehende Fahrradampeln, direkt im Sichtfeld und in unmittelbarer Nähe und Höhe zum Radfahrer. Dies würde die Sichtbarkeit zusätzlich erhöhen - besser als die Fahrradampel an irgendwelche vorhandenen Masten anzuschrauben.

    • In einem weiteren Schritt könnte man die Fahrradampeln entsprechend der Geschwindigkeit des Radverkehrs schalten und damit auch eine grüne Welle für den Radverkehr erschaffen. Durch die Kreuzung des Fußwegnetzes wird dies nicht immer möglich sein, aber es zu probieren, die jeweiligen Schaltungen und Grünphasen den Bedürfnissen des Radverkehrs anzupassen, sollte man.

    • Die Fahrradampeln könnten teilweise mit dem grünen Pfeil für Radfahrer ergänzt werden, wo es die Situation zweifelsfrei zulässt.

    • Ausweisen einer Fahrradstraße im Stadtgebiet. Prädestiniert für dieses Projekt wäre meiner Meinung nach der Verbund Sedanstraße, Ludwigstraße und Kaiser-Max-Straße im Herzens Kaufbeurens. Dazu sollte man idealerweise die Ludwig- und Kaiser-Max-Straße fahrradtauglich(er) gestalten. Durch das teilweise Ersetzen der fahrradunfreundlichen, großen Pflastersteine, die einen durchschütteln, durch eine geteerte oder mit kleineren Steinen gepflasterte rote Furt. Es ist anfangs für alle Beteiligten mit Sicherheit ungewohnt, wäre aber entsprechend dem Leitsatz "Wo ich herkomme wird Bewährtes geschätzt und Neues begrüßt" ein ideales (Vorzeige-) Projekt. Ergänzt werden sollte das "Fahrradstraßen-Schild" für die Sedan-, die Ludwig-, und Kaiser-Max-Straße von Höhe der Einmündung der Sedanstraße bis zum breiten Bach vorerst durch den Zusatz "Kfz frei". Der Bereich vor dem Rathaus sollte autofrei werden.

    • Das verbotene Überholen von Radfahrern vor und in Engstellen sollte dringend auch symbolisch untersagt werden. Im Kreisel der Kemptener Straße wird man oft vor und in dem Kreisel mehr als waghalsig überholt. Andreas Scheuer plant derzeit ein eigenes Verkehrsschild, dass das ohnehin untersagte Überholen in Engstellen noch ein Mal ausdrücklich kommuniziert. Ich denke, an dieser Stelle wäre es mehr als nötig.

    • Und als letzter Punkt wäre es eine sehr nette Geste, die Radwege auch im Winter freizuhalten und zu räumen. Aktuell werden zum Beispiel die Radstreifen entlang der Kemptener Straße im Winter für den beiseite geschobenen Schnee hergenommen. Wir Radler weichen deshalb auf die Straße aus und werden weit unter dem Mindestabstand - der nach Fahrradminister Scheuers Plänen endlich explizit auf 1,5 m definiert wird - überholt.

    Der große Vorteil und das schöne am Radeln in Kaufbeuren ist, dass es Potential hat! Nicht dass es wie es ist, nicht gut ist - das ist es. Ich denke dennoch, man kann es weiter verbessern. Und das sollten wir tun! Ich habe zusätzlich auch nicht den Eindruck, dass man von Seiten der Stadtverwaltung hier in irgendeiner Art versucht den Ausbau des Radwegnetzes zu ver- oder behindern. Im Gegenteil; bei Neubauprojekten wie der Straße Am Graben mit der Anbindung an das Forettle-Center hat man konsequent den Radverkehr bedacht. Unter anderem mit vorgezogegen Haltelinien und Fahrradampeln. Zudem habe ich Anfang des Jahres unserem Oberbürgermeister Herr Bosse einen Verbesserungsvorschlag gemacht, welcher umgesetzt wurde: Die farbliche Markierung des Radwegs an dem Abzweig Sophie-von-La-Roche-Straße / Lindauer Straße.

    Man sollte den Straßenverkehr letztlich nüchtern als Markt betrachten, in dem wir Radfahrer ein Teilnehmer von vielen sind. An einem Markt teilzunehmen, bedingt vor allem die Marktgleichheit. Das Auto wurde Jahrzehnte bevorzugt, unter anderem durch politisch gesetzte Privilegien wie die autogerechte Stadt. Den Radverkehr jetzt dagegen antreten zu lassen, bedingt daher einen Ausgleich durch eine gesonderte Privilegierung.

    Und dies ist letztlich zum Wohl aller Kaufbeurer!

    BildBildBildBildBildBildBild

    Teilen: Facebook | Twitter

    Fahrradabenteuer mit unseren Kindern

    Bild Geschrieben am 22.09.2019 von Christoph Gießing
    Team: Offenes Team - Kaufbeuren
    Kommune: Kaufbeuren

    Dass das Radfahren mit Kindern im Alltag viele Vorteile hat, dürfte jedem klar sein. Es lassen sich aber auch tolle Radtouren und sogar kleine Radurlaube mit Kindern machen. In den vergangenen Pfingstferien haben wir ein solches Abenteuer in Angriff genommen. Dies ereignete sich zwar nicht im Stadtradeln-Zeitraum, ist aber dennoch einen Blogeintrag Wert um zu zeigen, wie man das Radfahren als kleines Abenteuer verpackt, für Kinder attraktiv gestalten kann. Wir radelten in zwei Tagen von Kaufbeuren ins Lechtal.

    Mit einer befreundeten Familie sind wir vormittags bei uns in Kaufbeuren gestartet - Ziel war das Lechtal mit dem Campingplatz in Vorderhornbach. Im Gepäck hatten wir unser Zelt, drei Schlafsäcke, Essen und Getränke. Über Apfeltrang und Ebenhofen sind wir durch Marktoberdorf auf die Dampflokrunde gefahren. Unser erster Zwischenstopp war der Spielplatz in Rieder, welcher direkt an dem Radweg liegt. Weiter gehts am Fuße des Auerbergs, vorbei an Steinbach nach Roßhaupten. Von dort aus konnte man einen ersten Blick auf den Forggensee und die Berge werfen. Wir radelten bis nach Osterreinen zum Campingplatz Magdalena. Dort haben wir unsere Zelte aufgebaut und waren bis zum späten Abend im Forggensee baden.

    Am nächsten Tag starteten wir in der Früh und fuhren am Forggenseeufer entlang Richtung Füssen. Dort kauften wir Proviant für die weiteren 50 km, die noch vor uns lagen. Vorbei am Lechfall, durch Ziegelwies sind wir Richtung Musau auf den Lechtalradweg gefahren. Darauf lässt es sich mit Kindern sehr gut radeln. Der Radweg ist großteils weit von Straßen entfernt und führt durch kleine Waldstücke, direkt am Lech entlang. Es gibt regelmäßig Bänke um Pausen einzulegen und Wassertränken um die Trinkflaschen aufzufüllen. Am frühen Nachmittag erreichten wir den Campingplatz in Vorderhornbach. Wir badeten und spielten bis in den Abend hinein. Die Kinder schliefen tief und fest.

    Am darauffolgenden Vormittag holte uns meine Frau mit dem Auto wieder ab. Unseren Kindern hat es unglaublich viel Spaß gemacht und war ein tolles Erlebnis. Ich bin sehr stolz, dass unser Sohn (mittlerweile 7) und unsere Tochter (5) dieses Radabenteuer mitgemacht haben. Im kommenden Jahr werden wir wieder ein zwei Tages-Rad-Abenteuer starten!

    Den genauen Streckenverlauf zum Nachfahren gibt es hier: https://www.strava.com/activities/2451741251 Die Strecke ist kindertauglich und hat wenige Höhenmeter.

    BildBildBildBildBildBildBildBildBild

    Teilen: Facebook | Twitter

    Mit dem Rad zur Arbeit

    Bild Geschrieben am 21.09.2019 von Christoph Gießing
    Team: Offenes Team - Kaufbeuren
    Kommune: Kaufbeuren

    In dieser Woche bin ich seit Montag insgesamt 224 km geradelt:

  • 44 km mit unseren Kindern zur Schule, zum Kinderturnen, zum Kinderchor, zur Leichtathletik und eine große Stadtrunde
  • 180 km mit dem Rad zur Arbeit

  • Das Stadtradeln läuft wirklich gut - viel besser als ich es mir vorgestellt habe. Eine tolle Sache ist für mich das Radeln zur Arbeit. Dies habe ich auch schon vor dem Stadtradeln oft gemacht, aber nicht immer. Jetzt fahre ich zu 100% mit dem Rad. Es macht unglaublich fit und Spaß. Beugt Krankheitstagen vor, ist pure Entschleunigung und Umweltschutz. Morgens frische Luft tanken, im Sonnenaufgang den Körper aktivieren, dann duschen und energiegeladen in den Tag starten ist toll! Und insgeheim freue ich mich nach der Ankunft schon wieder auf die Heimfahrt. Für die Strecke brauche ich je nach Windstärke und -richtung 45 bis 55 Minuten. Ich arbeite im gut 22 km entfernten Buchloe und die Bedingungen um mit dem Rad zu pendeln sind ideal.


    Ich starte bei uns im Neubaugebiet am Kaiserweiher und fahre den Krankenhausberg hinunter. Die Ampel am Ende der Straße ist meist rot, so dass ich dort kurz stoppen muss. Dann geht es auf der Mindelheimer Straße weiter in Richtung Norden. Auf Höhe des Lidls wechsel ich dynamisch auf den Fuß- und Radweg, welchen ich erst in Leinau wieder verlasse, weil er dort an der Wertachbrücke endet. Im Gegensatz zur B16, zu welcher ich auf dem Radweg parallel fahre, ist es ab dort ziemlich verkehrsarm. Ich fahre weiter nach Pforzen, über den Radweg nach Zellerberg. Hier ist eine relativ kritische Ausfahrt, aus der oft Autos - trotz dem Stopp-Schild - bis auf den Radweg vorfahren und darauf stehenbleiben. Es gibt auch viele die am Stopp-Schild stehenbleiben und mich durchwinken (Vielen Dank an dieser Stelle!), dennoch ist es besser das Tempo an dieser Stelle etwas rauszunehmen. In Zellerberg radel ich eine Abkürzung durch diverse Nebenstraßen in Richtung Beckstetten. Von dem Hang, den man anschließend hinunter fährt, hat man bei klarem Himmel einen tollen Ausblick auf die Alpen und den morgendlichen Berufsverkehr auf der B12. Auf der darauf folgenden langen Geraden fährt man circa 2 km parallel zu den Bahngleisen durch den Wald und freies Feld. Auch hier ist es selten ein Auto zu sehen - öfter kommen einem andere Radfahrer entgegen. Nach Beckstetten fahre ich Richtung Weinhausen, weiter durch Lindenberg nach Buchloe. Hier fahre ich manchmal auf der Straße, bei viel Verkehr entscheide ich mich der Sicherheit wegen eher für den Schlagloch-Radweg.

    An meinen Arbeitsplatz angekommen erwartet mich ein großer überdachter, videoüberwachter und abschließbarer Fahrradparkplatz. Die Stellplätze sind mittlerweile etwas in die Jahre gekommen, aber alles topp gepflegt und ordentlich in Schuss - zudem voll funktionsfähig. Ich teile mir die Stellplätze mit rund 70 meiner Kollegen, die ebenfalls mit dem Rad zur Arbeit fahren, großteils aus Buchloe und Umgebung. Bevor ich meine Arbeit beginne, gehe ich duschen und ziehe mich um - dann kann es voller Energie losgehen!

    Einigen meiner Mitarbeiter habe ich schon das gemeinsame Radeln von Kaufbeuren vorgeschlagen. Bis jetzt konnte ich leider noch nicht die dafür notwendigen Argumente vorbringen. Aber vielleicht ändert es sich mit diesem Kurzbericht und den Fotos. Es muss ja nicht täglich sein, ein Anfang wäre es, sich als Ziel zu setzen, ein Mal im Monat mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Ich wage zu behaupten, wer das ein Mal ausprobiert, der wird das Pendeln mit dem Rad für sich entdecken und nicht mehr missen wollen!

    BildBildBildBildBildBildBildBildBild

    Teilen: Facebook | Twitter

    Wie es sich anfühlt einen Brevet zu fahren

    Bild Geschrieben am 16.09.2019 von Christoph Gießing
    Team: Offenes Team - Kaufbeuren
    Kommune: Kaufbeuren

    Am vergangenen Samstag bin ich meinen ersten Brevet gefahren - also eine Langstreckenfahrt, welche man in einem bestimmten Zeitraum zu absolvieren hat. Brevets werden von regionalen Organisatoren unter dem Dach der Audax Randonneurs Allemagne (ARA), übersetzt in etwa "unabhängige Radwanderer Deutschlands", organisiert und durchgeführt. Es wird Wert auf einen geringen Organisationsgrad gelegt, d.h. im Vorfeld wird der Streckenverlauf veröffentlicht und kurz vor dem Start die Brevet-Kontrollkarte ausgegeben. Zudem gibt es einige Sicherheitshinweise zum Ablauf. Es besteht Helm-, Beleuchtungs- und Sicherheitswestentragepflicht. Alles andere liegt in der Hand des Radfahrers. Man ist vollkommen autark unterwegs.

    Die Strecke beinhaltet mehrere Kontrollstellen, die man in einem gewissen Zeitfenster durchfahren und auf der Brevet-Kontrollkarte abstempeln muss, zum Beispiel mit dem Stempel einer Bäckerei oder Gaststätte am jeweligen Ort. Um zu verhindern, dass Rennen ausgetragen werden, wird eine Mindest- und Maximalzeit für die einzelnen Etappen und auch den gesamten Brevet vorgegeben. Radfahrer, die sich für diese Art des Radelns begeistern, nennen sich Randonneure. Ihre Räder sind meist langstreckentaugliche Rennräder mit Schutzblech, Gepäckträger und fester Beleuchtung. Bei einem Brevet handelt sich ausdrücklich nicht um ein Rennen, die Durchschnittsgeschwindigkeit interessiert niemanden - vielmehr geht es darum, die physischen und psychischen Herausforderungen einer Langstreckenfahrt autark zu bestehen.

    Und dies war auch mein Ansatz und Motivation an einem Brevet teilzunehmen. Daher habe ich mich bei den ARA-Organisatoren ARA München/Oberbayern für den 216km langen Herbstbrevet angemeldet. Der Start war am vergangenen Samstag um 08:00 Uhr am Roecklplatz in München. Ich bin mit dem ersten Zug von Kaufbeuren zum Hauptbahnhof nach München gefahren. Gebucht habe ich im Vorfeld ein Allgäu-Schwaben RegioTicket. Für mein Fahrrad musste ich eine zusätzliche Fahrrad-Tageskarte-Bayern lösen. In München angekommen bin ich direkt zum Roecklplatz, dem Ausgangspunkt des Herbstbrevets, geradelt. Die Startunterlagen wurden in einer angrenzenden Bäckerei ausgegeben. Es war eine nette Atmosphäre mit vielen Gleichgesinnten, mit denen man sich austauschen konnte.

    Wir waren etwa 100 Teilnehmer, die in 30er-Blöcken im Abstand von je fünf Minuten gestartet sind. Ich war in der letzten Startgruppe und startete um 08:15 Uhr. Zuerst ging es durch die Isarauen, vorbei am Eingang des Tierparks Hellabrunn, über die Oberbiberger Strasse durch den Perlacher Forst nach Süden in Richtung Berge. Durch Bad Tölz, ging es anschließend hinauf zum Sylvensteinspeicher und Achensee. Danach ging es steil bergab ins Inntal und über den Inntalradweg Richtung Nordosten. Immer dem Inn folgend verlies ich den Inntalradweg in der Nähe von Oberaudorf und bin dann überland Richtung Nordwesten nach Großhelfendorf, einem Ortsteil der Gemeinde Aying, zum Ziel gefahren. Die Kontrollstellen lagen, nach 57 km in Lenggries, nach 133km in Wörgl, nach 175km in Brannenburg und am Ziel, nach 216km, in Großhelfendorf. Es war jeweils ein Stempel einer Gaststätte oder Bäckerei notwendig, inklusive der jeweiligen Uhrzeit.

    Unterwegs hatte man immer wieder Gelegenheit sich mit anderen Randonneuren auszutauschen, anzuhalten und das ein oder andere Foto zu machen und die Aussicht zu genießen. Die oberbayrische Voralpenregion hat mir gut gefallen - fast so gut wie unser schönes Allgäu. Insgesamt habe ich für die Strecke gute neun Stunden gebraucht. Es war ideales Wetter und eine tolle Erfahrung für mich und ich bin sicher, im kommenden Jahr wieder so eine Langstrecke in Angriff zu nehmen.

    Nach Hause bin ich mit der S-Bahn von Großhelfendorf zum Hauptbahnhof gefahren und dann mit dem ALEX weiter nach Kaufbeuren. Insgesamt bin ich an diesem Tag knapp 225km geradelt, die Strecken zum Bahnhof und dem Rocklplatz eingeschlossen. Am Abend wurde ich dann zuhause ganz herzlich von meiner lieben Familie begrüßt. Alle Kinder sind noch wach geblieben um mich zu begrüßen. Dies war eine tolle Überraschung!



    Meine Fahrt habe ich hier aufgezeichnet: https://www.strava.com/activities/2709425461
    Die Seite der nicht-kommerziellen ARA-Organisation ARA München/Oberbayern mit der Beschreibung des Herbstbrevets ist hier: https://aramuc.de/brevets/200-km-herbst-rundfahrt-2019

    BildBildBildBildBildBildBildBildBild

    Teilen: Facebook | Twitter

    Die ersten vier Tage Stadtradeln in Kaufbeuren

    Bild Geschrieben am 13.09.2019 von Christoph Gießing
    Team: Offenes Team - Kaufbeuren
    Kommune: Kaufbeuren

    Seit nun vier Tagen läuft das Stadtradeln bei uns in Kaufbeuren und heute Abend am Freitag, den 13.09.19 schreibe ich meinen ersten Blogeintrag. Da es nicht nur mein erster Blogeintrag für das Stadtradeln, sondern überhaupt ist, fällt es mir ehrlich gesagt nicht ganz so leicht.

    Die letzten Tage bin ich täglich in der Früh mit unseren Kindern zur Schule und am Mittag zurück nach Hause geradelt, habe einige Besorgungen in der Stadt und in Mauerstetten erledigt, bin am ersten Schultag nach Oberbeuren geradelt, da wir vom Elternbeirat der Grundschule, die Eltern der neuen Schüler mit Kaffee und Gebäck versorgt haben. Und heute Nachmittag sind wir zum Kinderturnen nach Oberbeuren geradelt. Und selbstverständlich bin ich täglich (außer heute) zur Arbeit geradelt. In Summe kamen in den letzten vier Tagen 186km zusammen. (Alle Strecken kann man in meinen Strava-Profil nachvollziehen: https://www.strava.com/athletes/37602207 )

    Nach und nach möchte ich innerhalb des Stadtradeln-Zeitraumes die Strecken, die wir im Alltag benutzen, kurz aber detailliert beschreiben. Einfach um zu zeigen, wie schön und facettenreich das Radeln (vor allem mit Kindern) im Alltag sein kann. Den Anfang mache ich heute mit unserem Schul- und Kindergartenweg nach Oberbeuren.

    Wir radeln die Strecke täglich, außer bei Gewitter, Starkregen oder Minusgraden. Entweder begleitet meine Frau oder ich unsere Kinder. Es ist eine schöne und auch sichere Strecke - ideal also!

    Wir starten bei uns im Neubaugebiet am Kaiserweiher, weiter über den Marienweg in Richtung Kesselberg. Auf der Wiese rechts hat es eine Kuhherde, linke Seite ist das Schaf- und Ziegengehege der Marienschule. Gelegentlich steht auch das ein oder andere Pony draußen oder eine ausgebüchste Ziege mitten auf dem Marienweg, die sich unter dem Maschendrahtzaun herausgemogelt hat. Gerade im Sonnenaufgang ist es wunderschön zu radeln. Regelmäßig halten wir an und streicheln die Ziegen durch den Zaun.

    Anschließend radeln wir den Radweg in Richtung Oberbeuren am Kesselbergspielplatz entlang. Hier ist Vorsicht geboten, da dies gerade in der Früh eine stark frequentierte Strecke ist, es kommen uns einige Schülerinnen der Marienschule aus Oberbeuren entgegen. Zuerst geht es steil bergab, bei klarem Himmel am Horizont, die Alpen - ein herrlicher Ausblick. Rechts entlang der langen, leicht steigenden Geraden parallel der Sophie-von-Laroche-Straße hat es diverse Obstbäume.

    Weiter gehts über die Ampel an der Lindauer Sraße und über einen Feldweg nach Oberbeuren. An der Schule verabschieden wir unserer Sohn, der in die zweite Klasse geht. Mit meiner Tochter radle ich weiter zum Kindergarten. Wir fahren meist über die kleine Brücke und ein Stück übers Feld auf den Oberbeurer Weg. Von dort haben wir immer den Fünfknopfturm im Blick. Dann verabschiede ich mich von unserer Tochter und radle wieder nach Hause.
    Der Heimweg am Mittag verläuft genau auf der selben Strecke, gelegentlich halten wir auf dem Rückweg am Spielplatz an und schaukeln eine Runde. Oder an den Obstbäumen entlang des Radweges. Dort versuchen unsere Kindern immer mal wieder einen Apfel vom Baum zu schütteln.

    Für das, was ich während diesen drei Kilometern mit meinen Kindern erlebt habe, muss so mancher Großstädter einen Urlaub auf dem Bauerhof machen - wir haben dies alles vor der Tür.

    Das tägliche Radeln macht den Kindern Spaß und sie bewegen sich bei frischer Luft.
    Was will man mehr?

    BildBildBildBildBildBildBildBildBild

    Teilen: Facebook | Twitter